Raus aus den Ferien, rein in die Weihermühle

Probentage vom 13.04. – 17.04.2026
Normalerweise müsste man denken, dass die Musiker der Realschule Ebern im Blindflug in die Weihermühle finden. Doch diesmal war es eine abenteuerliche Fahrt durch den Fränkischen Jura und die Truppe landete an der falschen Mühle.
Was ein einzelner Buchstabe doch bewirken kann! Für alle Busfahrer also folgender Tipp für die nächste Anfahrt: Ene, mene, meck, das „s“ muss weg! Endlich in der richtigen Unterkunft angekommen, musste die Schulband aufgrund der ungewöhnlichen Konstellation in den 1. Stock ziehen und ihren angestammten Raum im Erdgeschoss den Chorklassen 5 C und D überlassen. Nach Einrichtung des Probenraums begannen die Gitarristen Sebastian Döpp, Luis Rödel und Sängerin Magdalena Schilling die Songs Freaks, Nur ein Wort und Boulevard Of Broken Dreams einzustudieren, wobei ihr hochmotivierter und „Energy“ geladener Schlagzeuger Kilian Koslowski die Lautstärke so ausreizte, dass die Sängerin sich selbst nicht mehr singen hörte. Auch der Schlumpf, den Frau Lorenz ihrem Drummer präsentierte und der bei geringster Lautstärke zu vibrieren begann, schoss an die Decke.
Unten im Erdgeschoss begann Herr Müller mit der Chorklasse 5 C und D Sweet Dreams zu proben, während Herr Schmidt sich mit dem Mittelstufenchor um die Songs Viva La Vida, Try Everything sowie From Now On kümmerte und vom Gesamtklang der Stimmen begeistert war. Besonders angetan zeigten sich auch etliche Mädchen von der Stimme von Philipp Aumüller aus der Klasse 9 B, der mit seinem Solopart im Lied From Now On dafür sorgte, dass bei einigen seiner weiblichen Fans zahlreiche Tränen flossen.
Dass es sich bei den Probentagen nicht um eine Freizeit handelte, bei der Spielen und Toben angesagt waren, sondern konzentriertes Arbeiten im Mittelpunkt stand, wurde den Jüngsten im Laufe des Nachmittags klar. Bis zum Abendessen wurde geprobt und Neues wie Don’t Worry, Be Happy mit Herrn Schmidt einstudiert. Aber auch danach ging es um 19:00 Uhr noch einmal für die unterschiedlichen Gruppen und ihre musikalischen Betreuer weiter. Gelächter und Gekicher sorgten im Mittelstufenchor für eine ausgelassene Stimmung, bis Angelina Betz ihre Mitsängerinnen mit den Worten zusammenfaltete: „Jetzt konzentriert euch mal, der Herr Schmidt will „spielen“!“ Die Konzentration war aber schnell wieder hergestellt und der gesamte Mittelstufenchor sang selbstständig weiter, als Herr Schmidt den Raum verließ, um die Haustür zu öffnen. Auch die Band erhielt am Abend noch einmal doppelte Unterstützung von Frau Lorenz und Herrn Müller.
Am Dienstagmorgen kam mit Herrn Zimmermann wichtige Unterstützung für die Band in die Weihermühle, der die Gitarristen der Band sogleich unter seine Fittiche nahm und mit ihnen Stück für Stück den durchaus anspruchsvollen Song Mr. Brightside erarbeitete. Schließlich wies er den Drummer an: „Kilian, zu unserem Leidwesen musst du jetzt wieder mitspielen.“ Und das Ergebnis war wirklich vielversprechend, denn die Herausforderung des Stückes war es, den Wechsel zwischen Sechzehntel und Achtel zu meistern und im Grundschlag zu bleiben. Fliegenden Wechsel von Herrn Schmidt sowie Herrn Müller gab es im Laufe des Tages immer wieder zwischen den Chorgruppen. An den Songs wurde weitergefeilt, der Einsatz und Takt an kniffligen Stellen wieder und wieder geprobt, bis er ins Blut überging.
Um ca. 16:00 Uhr wurde umgebaut, die Instrumente von oben nach unten getragen, denn alle Beteiligten trafen sich im großen Probenraum zur Generalprobe für den abschließenden Auftritt des Abends, für den das ein oder andere Elternteil und die Schulleitung erwartet wurden. Alles lief auch reibungslos, nur mit dem letzten Stück führte die Band Frau Lorenz hinters Licht. Denn anstelle des erwarteten Songs Mr. Brightside präsentierte sie Summer Of 69. Dennoch erhielt die Gruppe tosenden Applaus. Besonders hervorzuheben war der beeindruckende und souveräne Auftritt des Mittelstufenchors, bei dem nicht nur Schulleiter Hartmut Weis eine Gänsehaut bekam. Im Namen aller Schüler bedankten sich am Ende Angelina Betz und Lilly Schauer sowie die gesamte Band bei Herrn Schmidt, Frau Lorenz und Herrn Müller für die Organisation der Fahrt.
Am Mittwochmorgen stand dann der Wechsel der Gruppen an. Und damit auch wieder die alljährliche, größte Herausforderung der Woche: „Wohin mit die Köffer?“ Mittlerweile ist der neue Hausmeister auch schon vertraut mit dem Kofferplural des ehemaligen Hausmeisters und so gingen die richtigen Köffer mit nach Hause, die neuen Köffer auf die Zimmer und die Köffer der Schüler, die die ganze Woche blieben, wanderten in neu zugewiesene Zimmer. Alles gut gelaufen, dachten die Lehrer, bis in der Probe der Chorklasse 6 C und D festgestellt wurde, dass die Fußmaschine des Drumsets es doch vorgezogen hatte, in einer Bandkiste mit zur Schule zurückzufahren. So wurde kurzerhand eine Notlösung gesucht: Schlagzeuger Kilian klemmte sich einen Stick zwischen die Zehen und konnte damit auf sehr kreative Weise die Bassdrum spielen. Weil diese auch noch ständig weiter wegrutschte, wurde einfach ein 6. Klässler darauf platziert und so dieses Problem ebenso kreativ gelöst. Allerdings war aufgrund des doch recht komischen Anblicks an eine Weiterführung der Probe zunächst nicht zu denken. „Frau Lorenz, heulen Sie?“, kam es aus den Schülerreihen, aber irgendwann gelang es doch allen, wieder Contenance zu bewahren. Und so stand am ersten Abend – trotz des kleinen Hindernisses – eine schon fast bühnenreife Version der Lieder Belong Together und I Want It That Way mit einem berührenden Sologesang von Lui Schaller aus der Klasse 6 C.
Sehr kreativ ging es auch beim Ins-Bett-Bringen zu und so wog Herr Schmidt mit seinem spontan erfundenen Gutenachtlied „Liebes, kleines Bubilein, schließe deine Äugelein“ seine jüngsten Schäflein in den Schlaf.
Am nächsten Morgen begann die Probe im Orchester bei strahlendem Sonnenschein und mit viel guter Laune. Nachdem am ersten Tag einige Holzbläserinnen zu Tränen gerührt waren, als das neue Stück Uptown Girl aufgelegt wurde, scheinbar schwierige Läufe als unüberwindbare Hürden erschienen und sogar Gedanken an die Zerstörung ihrer Instrumente aufkamen, wurde am nächsten Tag neuer Mut gefasst und nach einigen Übeeinheiten und Registerproben platzte schließlich der Knoten. Manchmal muss man eben das tiefe Tal der Weihermühle, in welchem man sich auch leicht verlaufen kann, durchwandern, um den Gipfel zu erreichen. Und so fühlte sich das wohlhabende Uptown Girl aus der reichen Oberstadt bereits am Nachmittag mitten in der Pampa pudelwohl. So störte es sie auch nicht, dass Paul sein kaputtes Instrument so lange auseinanderlegte und reparierte, bis es am Schluss noch kaputter war. Ob es Paul allerdings gelingt, mit diesen handwerklichen Fähigkeiten seine Pretty Woman zu bekommen, wird sich vielleicht erst in ein paar Jahren zeigen. Neben den bekannten Melodien aus diesem Filmklassiker der 80er Jahre probte das Orchester fleißig, motiviert und sehr diszipliniert am gemeinsamen Schlusslied Viva La Vida und am Final Countdown, der beim Sommerkonzert im Juli gestartet wird.
Am Donnerstagabend kamen dann wieder etliche Eltern zu Besuch, um sich die Fortschritte ihrer Kinder anzuhören und anzuschauen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen! Sowohl das Orchester als auch die Chorklasse 6 C/D spielten und sangen ihre erarbeiteten Lieder souverän und auch die beiden Theatergruppen zeigten, dass sie für die bevorstehende Aufführung schon gut gerüstet sind.
Nach einer Woche intensiver Proben hieß es Abschied nehmen und es kehrte wieder Ruhe ein ins Tal rund um die Weihermühle – hoffentlich für ein ganzes Jahr, bis es dann wieder vorbei ist mit der Ruhe, wenn wir wiederkommen.
Text: Michaela Werner, Tanja Lorenz
Fotos: Michaela Werner
Theatertage mit Geburtshelferkröten und Gestapo
Zwischen Geburtshelferkröten und Gestapo bewegten sich die Theatergruppen (ja, es sind zwei!) der Realschule bei den Probentagen in der Weihermühle. Eine halbe Woche arbeiteten sie intensiv und mit viel Freude an ihren aktuellen Stücken. Während das „Seniorenteam“ aus den Klassen 7 – 10 an einer düsteren englischen Komödie arbeitete, die von einem polnischen Ensemble handelt, das sich zur Zeit des 2. Weltkrieges aus den Schlingen von Wehrmacht und Gestapo zu winden versucht, begab sich die „Nachwuchsmannschaft“ (Klasse 5/6) ins Märchenland. Dort ereigneten sich vermehrt grausame Morde an Geburtshelferkröten (Alytes obstraticans). Ob hierfür – wie immer – der Wolf verantwortlich war oder doch die Clique um Dornröschen und Rosenrot?
Aufgelöst werden diese Fälle bei den kommenden Aufführungen. Den Anfang macht hierbei die alte Garde mit dem Stück „Sein oder nicht sein?“ am 8. Mai.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Text: Lukas Geuß, Ulrich Offenwanger
Fotos: Birgit Böck, Tanja Lorenz