Realschule Ebern weckt Interesse für Technik

Eines hatten sie am Mittwoch ganz offensichtlich gemeinsam, die Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Klassen der Dr. Ernst-Schmidt-Realschule Ebern - das Interesse an technischen Schaltvorgängen. Im Übungsraum Physik saßen die Kinder konzentriert und angespannt an den Tischen.

„Technik für Kinder“, bot die Realschule in Zusammenarbeit mit dem Bayernwerk an sechs Projekttagen für jeweils zwei Stunden an und die Kid´s waren mit Begeisterung dabei. Wie Realschullehrerin Anja Kilian, Betreuerin des Technikbegeisterungsprogramms „Schüler entdecken Technik (SET) sagte, nahmen an dem Projekt jeweils 18 Kinder aus den fünften Klassen erstmals und 18 Kinder aus den sechsten Klassen an einem fortgeschrittenen Kurs teil. Anja Kilian ist ganz nah bei den Schülern, beobachtet deren konzentrierten Arbeiten, gibt hie und da Tipps, beantwortet Fragen. Sie zeigt auf drei Mädchen in der ersten Reihe. „Die drei brauchen fast keine Hilfe, sie arbeiten absolut selbstständig nach dem vorliegenden Schaltplan“, freut sich die Lehrerin. Diese drei jungen Damen sind Frida Weber, Mia Eller und Daniela Eckstein, die sich dem Anschein nach nur ungern stören lassen. Mia Eller hat eine Platine vor sich, aus der infolge von verschiedenen Verbindungen ein „Lagerfeuer“ entstehen soll. Sie spricht für die drei Schülerinnen: „Da steck ich die einzelnen Dioden in die Löcher und löte deren Drähte auf der Rückseite an“, sagt Mia. Das sei eigentlich leicht, so die zehnjährige aus Gräfenholz, welche die Klasse 5c an der Realschule besucht. Sie zeigt auf einen Schaltplan. „Da ist alles erläutert mit Nummern und Farben und man muss nur aufpassen, dass man die Drähte nicht falsch anlötete, sonst brennt das Lagerfeuer nicht“, lacht sie. Sie und die Schülerinnen links und rechts von ihr finden das Projekt toll. „Das sollte öfters stattfinden, sagen Frida Weber aus Reckenneusig und Daniela Ecksteinaus Hafenpreppach unisono.

Mit dabei sind als „echte Fachkräfte“ Linda Fenn und Paul Schlößer. Beide sind Azubis beim Bayernwerk im dritten Lehrjahr. Linda Fenn selbst war Schülerin an der Realschule Ebern. „Für Elektronik interessiere ich mich schon immer, auch durch meinen Vater der so was macht. Deshalb habe ich mich zu einer Ausbildung beim Bayernwerk als Elektronikerin entschlossen. Ich freue mich, dass ich als Azubi im dritten Lehrjahr mit in die Schule darf, es macht total Spaß mit den Kindern zu arbeiten und mit ihnen aus den Bausätzen etwas funktionsfähiges zu gestalten was am Ende noch blinkt“, sagt Linda, die aus Weißenbrunn kommt. Sie steht zwischen Elias Herold und Max Jones, um ihnen Hilfestellung zu geben. Elias Herold kommt aus Baunach und ist ebenso wie sein Tischnachbar Max Jones konzentriert bei der Sache. Beide haben keine Probleme nach Anleitung ihr elektronisches Lagerfeuer zu bauen. Auch Vanessa Bäuerlein aus Gerach und Lara Sauer aus Reckendorf blicken durch ihre Schutzbrillen auf die vor ihnen liegenden Platinen. Die beiden Fünftklässerinnen fertigen ebenso wie alle im Raum ein „Lagerfeuer.“ Vanessa erläutert ihr Projekt: „Ich löte die LED`s auf der Platine an und die wechseln sich halt dann immer ab und blinken“, sagt sie. Schwer ist das nach ihrer Meinung nicht weil es eine Anleitung dazu gibt. „Da sieht man wo man die Wiederstände hinmachen muss und da klappt das ganz gut und macht ganz viel Spaß und ich interessiere mich für Technik“, so Vanessa. Hat sie eventuell schon eine Vorstellung was sie einmal beruflich machen möchte? Ohne Zögern sagt die Elfjährige: „Ich werde wohl etwas handwerkliches machen.“ Lara Sauer, die neben Vanessa sitzt ist auch begeistert. „Vor allem weil man hier selber was machen kann und das dann auch mit nach Hause nehmen darf“, sagt die Zehnjährige. Wenn man was nicht wisse, könne man den Paul fragen. Paul, das ist Paul Schlößer, der als Azubi zum Elektroniker beim Bayernwerk ist. Er kommt aus Bamberg. „Wir machen hier zusammen mit den Kindern Technik für Kinder. Das ist eine Möglichkeit für die Kinder reinzuschnuppern wie es ist zum Beispiel mit einem Lötkolben umzugehen und sie mitbekommen, wie elektronische Sachen funktionieren“, sagt er. Das Interesse der Kinder schätzt Paul als „sehr hoch“ ein. Er ist zum ersten Mal bei so einem Projekt dabei und es ist auch für ihn eine neue Erfahrung. „Bisher war ich immer derjenige, dem etwas erzählt wird, jetzt bin ich es der den Kindern mir beigebrachtes Wissen weiter geben kann“, sagt Paul Schlösser.

Am Ende „Technikstunde“ haben alle ihre Arbeit erledigt. Es blinkt und rauscht im Unterrichtssaal, als Schulleiter Hartmut Weis in den Raum kommt. Max Jons zeigt dem Chef und Lehrerin Anja Kilian stolz sein blinkendes „Lagerfeuer“ und erklärt was alles zu tun war, bis das Projekt fertig war. Stolz nehmen die Schülerinnen und Schüler aus Händen der Betreuungslehrerin Anja Kilian Urkunden entgegen mit denen ihnen bescheinigt wird, am Projekt „Schüler entdecken Technik“ teilgenommen zu haben.

Von Helmut Will